Das dunkle Echo

LTM wäre nicht LTM, wenn sie sich nicht mit Gewitztheit und vollem Einsatz den Schwierigkeiten dieses ersten Falls stellen würde!

überraschend, spannend, kurzweilig

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Die junge Frankfurter Kommissarin Leonie Theophila Möller – kurz LTM – macht es ihren Mitmenschen nicht immer leicht. Sie ist aufgeweckt und klug, aber auch ganz schön frech und neugierig. In ihrem ersten Fall, der sie gemeinsam mit ihrem Chef Thomas Seibold in den Jossgrund führt, ist unter mysteriösen Umständen ein Bienenforscher ums Leben gekommen. Während der väterliche Seibold Lebenssinn und seine Mitte sucht, scheint LTM nichts aus der Bahn werfen zu können. Nicht einmal grantige Kellnerinnen, abweisende Einheimische und seltsame Vorgänge, die der Aufklärung im Wege stehen. Spätestens als eine zweite Leiche auftaucht, wird beiden Ermittlern klar, dass die Wahrheit eine sehr vage Sache sein kann. Erst recht, wenn Tote auf einmal gesprächig werden …

Leon Specht

/ Autor

Humorvoller Krimi mit
Team Spirit

Kommissar Seibold aus Frankfurt macht gern Urlaub im Spessart. Die dunkelste Gegend dort ist der Jossgrund. Und nicht nur, wenn es Herbst wird oder Nacht. Oder die Sonne zu wenig Kraft besitzt, durch die dichten Wälder zu dringen.

Offenbar gibt es noch einen weiteren Grund. Geschichtlich interessierte Menschen führen ihn auf die finstere Zeit des Mittelalters zurück. Während des dreißigjährigen Kriegs wurde dieser Ort samt seiner Kirche fast vollkommen zerstört. Die Brandschatzer gingen mit beispielloser Brutalität vor und ließen selbst Kinder und junge Frauen auf Scheiterhaufen verbrennen. Besonders obszön und gotteslästerlich war die letzte Tat, die Menschen in der Kirche einzusperren und das Gotteshaus in Brand zu stecken. Die Schreie der Menschen wurden erst leiser, als das Feuer an Kraft gewann, erstarben aber nie. Selbst heute meint man, das Echo in den dunklen Wäldern noch hören zu können. Jede verstorbene Seele lebt weiter als ein stiller Schrei.

Es war schön zu sehen, wie Seibolds Züge lächelten und entspannt wirkten.In seinem Frankfurter Büro war das nie der Fall.Ein Jossgrund-Effekt?

Seibold entschied sich für das Müsli und erfreute sich an LTMs Mischung im doppelten Sinn: Hier das klein geschnittene Obst mit Haferflocken und Joghurt, dort der muntere Rotschopf, dessen Mundwerk heute früh nicht stillstehen wollte.

Sie legten sich einen Schlachtplan für das Gespräch mit dem Imker zurecht.LTM preschte vor. „Regel Nr.1: Ich fahre.“

Seibold lachte. „Regel Nr.2: nicht so schnell, dass ich das Frühstück riskiere.“

LTM war dran: „Regel Nr.3: Wir konfrontieren ihn sofort mit der vollen Wahrheit und beobachten seine Reaktion.“

„Regel Nr.4: Wie geht es dann weiter?“

LTM voll und ganz in ihrem Element, dankbar die Stichworte des Kommissars aufgreifend: „Völlig klar! Wir improvisieren.Ich erwarte schlichtweg, dass uns der Bienen-Alex seine Lebensgeschichte erzählt: von dem sexuellen Akt beginnend, über die Freigabe der Tochter zur Adoption bis zum heutigen Tag.Auch er hat doch gelogen.

„Wann?“

„Na gestern! Beerdigung!“

Bei Seibold fiel der Groschen nicht.Gestern.Beerdigung.

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Das dunkle Echo von Leon Specht. Buchbesprechung bei hr4

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