Kepler-22b

Aktuell als E-Book erhältlich!

»Phantasie ist wichtiger als Wissen.«
Albert Einstein

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Die Titelgeschichte handelt von der Entdeckung des ersten habitablen Planeten gleichen Namens. Die Menschheit tritt erstmals in Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz. Die weiteren Geschichten werden aus wissenschaftlicher oder philosophischer Sicht kurz kommentiert: Gibt es einen sechsten oder siebten Sinn? Besitzen wir Menschen einen telepathischen Sinn? Gibt es nur dieses eine Universum oder möglicherweise mehrere? Ist die Phantasie ein Teil von uns selbst oder gibt es auch andere Erklärungen dafür?
Leon Specht

/ Autor

Als die Menschheit
alles vergaß

Glauben Sie, dass der Mensch im Universum einzigartig ist? Oder daran, dass es noch anderes intelligentes Leben im Universum gibt? Auf der Suche nach Planeten unter den mindestens 70 Trilliarden Sonnen in unserem Universum baute die NASA das Weltraumteleskop Kepler und schickte es ins All. Wir schreiben den 6. Dezember 2011: Die NASA wurde fündig. Der Planet Kepler 22b war in erdähnlicher Entfernung und hatte eine Größe und wies Bedingungen auf, die nach menschlichen Vorstellungen Leben ermöglichen sollte. Was natürlich schon eine gewaltige Einschränkung im Denken war. Aber die weitere Entwicklung zeigte, dass die Menschen mit ihrer eingeschränkten Vermutung dennoch Recht behielten. Und: Das dort entdeckte Leben nahm Kontakt mit der Menschheit auf!

Und nun: auf zu Kepler-22b. Lassen Sie uns Methankorallen lutschen und das Gyr-Spiel beobachten: wenn Sie ein Sci-Fi-Fan sind. Und wenn Sie fit in der englischen Sprache sind, können Sie diese Kurzgeschichte auch in Englisch genießen.

Sagirius lag faul in seiner Wasserperle, lutschte methanhaltige Eiskorallen und zischte träge mit seinen Ohren, ein Beleg dafür, dass er nachdachte und wieder neue Erkenntnisse über die Tiefen des Seins erlangte. Er bimste sie telepathisch an die Datenbank des Forschungszentrums, für das er nun schon fünf Sternenjahre tätig war. Sogleich pulste in seinem holografischen Auge ein Zeichen, das den Eingang bestätigte und den Wert dieser Erkenntnis mit 11 Einheiten des Zahlungssystems verbuchte. Sagirius stülpte seinen Nasenrüssel nach außen, bei ihm immer ein Zeichen von Skepsis. So viele Einheiten für eine solch banale Erkenntnis? Er drehte sich spiralförmig zusammen, ließ die karbonverstärkten Sehnen seines Körpers immer stärkere Spannung aufbauen und verdampfte die letzten Reste seines Methanbonbons, leicht verärgert den schaumigen Duft einsaugend.

Zur selben Zeit geschah auf der Erde folgendes.

Die Analysen des Exoplaneten Kepler-22b waren im Prinzip somit abgeschlossen. Mehr war aus der Entfernung von 587 Lichtjahren mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten nicht herauszufinden. Doch sein Bauchgefühl sagte Dr. Schweikhart, dass noch irgendeine Erkenntnis in den Daten schlummerte. Er schlürfte seinen Kaffee, um gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Es war schon spät, und er hätte eigentlich nach Hause gehen sollen. Aber ein Gewitter in seinem Unterleib trieb dort seltsame Blüten und störte seine Eingeweide. Seufzend erhob er sich von seinem Stuhl, streckte sich und legte sich auf sein Ledersofa, von seinen Kollegen spöttisch als freudlose Couch bezeichnet, weil Dr. Schweikhart für einige merkwürdige Persönlichkeitseigenschaften stand: jeden Tag auf seiner Couch ein Mittagsschläfchen haltend, immer einen mürrischen Gesichtsausdruck tragend, auch als Frauenabwehrmaske bezeichnet, nie lächelnd oder auch nur einen Hauch von Freude zeigend, freudlos eben und ohne Privatleben. Hinter vorgehaltener Hand sprach man davon, dass er sich wohl besser auf die Couch eines Therapeuten legen und einer Freud´schen Psychoanalyse unterziehen sollte. So entwickelte sich schließlich das Wortspiel zur freudlosen Couch.

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